Mentaler und physischer Aufbau nach einer Verletzung


Ein dummer Fehltritt, ein übermotivierter Gegner oder eine kleine technische Unzulänglichkeit und schon ist es passiert. Verletzungen sind Teil des Sports sowie unseres Alltags und lassen sich nicht immer vermeiden. Wichtig ist es richtig damit umzugehen und genau darum geht es in diesem Artikel.


Wofür brauche ich dann Verletzungsprävention?

Einige Verletzungen lassen sich durch gute Verletzungsprävention komplett vermeiden, andere fallen dadurch weniger gravierend aus. Meine Knieverletzung ist ein gutes Beispiel dafür. Ich habe mir die Innenbänder am Knie gerissen, meine Menisken und Kreuzbänder haben jedoch keinen Schaden genommen. Der zuständige Orthopäde bestätigte mir, dass bei einem solchen Unfall normalerweise das ganze Knie völlig kaputt wäre und dass meine trainierten Strukturen schlimmeres verhindern konnten.

Was sollte ich bei einer Verletzung als erstes tun?

Das hängt etwas von der Verletzung ab. Meistens erstmal ruhigstellen, kühlen und abklären was wirklich verletzt ist. Sobald du ärztlich versorgt bist kannst du beginnen den Unfall für dich zu reflektieren und zu verarbeiten. Das ist ein oft unterschätzter und sehr wichtiger Prozess! Ein Unfall löst immer auch ein Trauma auf mentaler Ebene aus. Gesund bist du erst wenn die Strukturen geheilt und das Trauma bewältigt ist.

Wie bewältige ich ein Trauma nach einem Unfall?

Der erste Schritt liegt darin sich mit dem Unfall zu beschäftigen, zu analysieren was passiert ist und warum. Das kann manchmal starke Emotionen auslösen. Man wird wütend, ärgert sich, versteht die Welt nicht mehr, ist verzweifelt oder traurig. Das ist völlig normal und Teil der Traumabewältigung. Nach einer ersten emotionalen Phase ist es wichtig die Situation zu akzeptieren und zu versuchen daraus zu lernen. In einer dritten Phase sollte schliesslich parallel zum physischen Aufbau ein mentaler Aufbau stattfinden, sodass allfällige Ängste vor einer weiteren Verletzung beseitigt werden können.


Was kann ich aus einer Verletzung lernen?

Viel. Aber man muss offen dafür sein. Grundsätzlich muss man um etwas zu lernen seine Komfortzone verlassen und sich auf unbekanntes Gelände bewegen. Eine Verletzung zwingt einen genau dazu. Sie kann eine Chance sein sich körperlich und vor allem mental enorm weiterentwickeln zu können. Es gibt einige Sportler, die nach einer Verletzung besser zurückkommen als sie zuvor waren.

Wie sollte ein physischer und mentaler Aufbau aussehen?

Genau wie der Wiederaufbau der physischen Strukturen ist auch die Mentale Erholung kein passiver Prozess. Als Coach arbeite ich mit einem Athleten immer an beiden Komponenten parallel. Die verletzte Struktur muss heilen und anschliessend mit progressiver Belastungssteigerung wieder aufgebaut werden, sodass sie den Belastungen des Sports und Alltags wieder Stand hält. Zudem muss das Gehirn verstehen, dass die Struktur geheilt ist und wieder belastet werden kann.


Was passiert wenn ich nicht mental arbeite?

Wird der mentale Aufbau vernachlässigt, kann die Angst einer Wiederverletzung dazu führen, dass die Struktur nicht richtig belastet wird. Das wiederum führt zu problematischen Ausweichbewegungen und zu einer verminderten Leistungsfähigkeit. Deshalb ist es enorm wichtig den Aufbau so zu gestalten, dass der Athlet sich sicher fühlt die Struktur so zu belasten, als wäre sie nie verletzt gewesen.



 






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